Die Kampagne

Die Geschichte

Wir schreiben das Jahr 2006: Ein Finanzdienstleister sichert sich die Namensrechte am Nürnberger Frankenstadion. Fortan soll das Stadion den Namen easycredit-Stadion – benannt nach einem Produkt dieser Bank – heißen. Doch in Nürnberg regt sich Widerstand dagegen. Mit dem Namen kann sich niemand anfreunden. Symbolisch kommt es daher im April 2006 zur Umbenennung des Stadions in Max-Morlock-Stadion. Initiiert wird diese Umbenennung von der aktiven Nürnberger Fanszene rund um Ultras Nürnberg.

In den folgenden Jahren verfestigt sich der Name Max-Morlock-Stadion im Sprachgebrauch vieler Glubbfans, während dem Sponsorennamen – selbst von vielen Medien – kaum Beachtung geschenkt wird. Dies registriert auch der Sponsor und kündigt im Lauf der Saison 2010/11 an, das Namenssponsoring zu beenden. Dies bleibt auch in der Fanszene nicht unbemerkt und einzelne Aktionen wie z.B. ein Flashmob vor der Nürnberger Zentrale der Team!Bank folgen. Um der Betreibergesellschaft des Stadions mehr Zeit bei der Suche eines neuen Sponsors einzuräumen, wird der Vertrag schließlich doch bis zum Sommer 2012 verlängert.

 

Die Kampagne

In der Gewissheit, dass das easycredit-Stadion bald Geschichte sein wird, formiert sich in der Sommerpause 2011 die Kampagne „Max-Morlock-Stadion jetzt!“. Der Rückzug des Sponsors soll genutzt werden, um den unter Fans sowieso häufig gebräuchlichen Namen Max-Morlock-Stadion auch zum offiziellen Stadionnamen werden zu lassen. Neben der Erstellung dieser Homepage werden diverse öffentlichkeitswirksame Aktionen durchgeführt. Nahezu kein Heimspiel der Saison 2011/12 bleibt ohne Aktion seitens der Kampagne. Von einer riesigen Choreographie in der Nordkurve über Spruchbänder in der ganzen Stadt bis hin zu einer Kundgebung vor dem Stadion – nichts bleibt unversucht. Unterdessen erhält die Petition auf der Homepage rund 6.000 Unterstützer und um die 100 Fanclubs – allein vom 1. FC Nürnberg – schließen sich der Forderung an.  

Stets im Fokus bleibt dabei die Tatsache, dass mit einer Umbenennung in Max-Morlock-Stadion dem Verein nicht finanziell geschadet werden soll. So ist ein wichtiger Grundpfeiler der Argumentation für die Umbenennung, dass das Stadion nicht dem Verein gehört. Eventuelle Sponsorenausfälle hat die Betreibergesellschaft zu tragen, die allerdings sowieso eine sehr großzügige Miete vom 1. FC Nürnberg überwiesen bekommt. Unterdessen böte sich für den Verein die Möglichkeit, auch finanziell von einem Max-Morlock-Stadion zu profitieren. Die weitere Profilschärfung als Traditionsverein wäre sicherlich auch nicht spurlos an der Merchandising-Abteilung vorbei gegangen…

 

Umbenennung Teil 1

In der Sommerpause 2012 steht die Betreibergesellschaft schließlich ohne neuen Namenssponsor da. Es stellt sich also die Frage nach dem neuen (oder alten?) Stadionnamen. Viele Fans hoffen auf Max-Morlock-Stadion, viele Fans erwarten Frankenstadion. Doch völlig überraschend lautet der neue Name: Stadion Nürnberg.

Begründung: Man wolle ja keine Begehrlichkeiten bei den Fans wecken, indem man zum alten Stadionnamen Frankenstadion zurückkehre. Paradox! Und dennoch hat die Kampagne ein Minimalziel erreicht: Der Stadionname ist sponsorenfrei, der Weg für ein Max-Morlock-Stadion also zumindest in der Theorie frei. Völlig klar also, dass die Kampagne weiterhin existiert und beispielsweise mit Spruchbändern und Choreographien auf sich aufmerksam macht. Unterdessen gewinnt auch die Arbeit im Hintergrund an Bedeutung: Finanzierungsmöglichkeiten werden durchgedacht und auch ein Treffen mit der Betreibergesellschaft kommt zustande.

 

Umbenennung Teil 2

Zu Beginn des Jahres 2013 verdichten sich die Gerüchte rund um einen neuen Namenssponsor. Die Kampagne geht nochmal in die Vollen: Es kommt im Februar zu einer neuerlichen Choreographie und es wird zu einem Aktionsspieltag für das Max-Morlock-Stadion aufgerufen. Doch noch bevor das nächste Heimspiel da ist, steht fest: Das Stadion bekommt den Namen Grundig-Stadion.

Die Kampagne hält nichtsdestotrotz am Aktionsspieltag fest und eine sowieso bereits zuvor angemeldete Demonstration von der Frankenstraße zum Stadion wird trotzdem durchgeführt. Auch die folgenden Monate werden von weiteren Aktionen geprägt: Neben Spruchbändern zur Blauen Nacht kommt es in der Sommerpause zu einem Flashmob, bei dem die Namensrechte wichtiger Nürnberger Bauwerke (u.a. Burg, Lorenzkirche) versteigert werden. Schließlich wird im August sogar mit eigenen Plakaten in den gerade tobenden Wahlkampf eingegriffen.

 

Und wie geht es weiter?

Innerhalb weniger Jahre trägt das einstige Frankenstadion nun seinen vierten Namen. Ein unrühmlicher Rekord! Auch wenn sich mit dem neuen Sponsorennamen manch einer besser anfreunden kann als mit dem vorherigen, bleibt völlig klar, dass dies kein befriedigender Zustand sein kann. Ein Stadionname, der alle paar Jahre wechselt, kann keinerlei Identifikation mit dem 1. FC Nürnberg erzeugen. Dabei sollte das Stadion als Heimat des Vereins und als zweite Heimat vieler Fans doch genau dies tun. Und was kommt dann eigentlich als Nächstes? Wechselnde Tribünennamen? Oder sogar wechselnde Vereinsnamen?

Gegen diese Entwicklung stellt sich die Kampagne „Max-Morlock-Stadion jetzt!“ – auch weiterhin! Wir wollen, dass unser Traditionsverein auch in einem Stadion spielt, dessen Name angemessen für diesen Verein und seine Geschichte ist. Wir wollen, dass der größte Fußballer des Vereins, Max Morlock, dementsprechend gewürdigt wird. Der Kampf dafür ist auch durch die neuerlichen Umbenennungen noch lange nicht verloren. Der Vertrag mit Grundig wird ebenfalls in wenigen Jahren wieder auslaufen. Und schließlich ist es ja auch die Vereinsführung des 1. FC Nürnbergs selbst, die die Gerüchte um ein neues Stadion immer wieder befeuert. Spätestens wenn der Verein sein eigenes Stadion hat, dürfte klar sein, dass beim Stadionnamen kein Weg mehr daran vorbeiführt: Max-Morlock-Stadion jetzt!

 

Stand: September 2013       

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