Portrait

morlock_schaleMax Morlock:

  • Geboren am 11. Mai 1925 in Nürnberg
  • Gestorben am 10. September 1994 in Nürnberg

 

Erfolge:

  • Weltmeister 1954
  • Deutscher Meister 1948 und 1961

Ehrungen:

  • Fußballer des Jahres 1961
  • Umbenennung des Platzes vor dem Stadion in „Max-Morlock-Platz“ (1995)
  • Symbolische Umbenennung des Stadions in „Max-Morlock-Stadion“ (2006)
  • Umbenennung des Block 8 in „Max-Morlock-Block“ (2006)
  • Errichtung der Max-Morlock-Statue hinter Nordkurve (2008)

 

„Vom Straßenfußballer zum Weltmeister“ - so lautet die Überschrift über Max Morlocks Porträt in der Vereinschronik „Die Legende vom Club“. Und sie hätte besser wohl nicht gewählt sein können. So lesen sich die Geschichten aus seiner Kinderzeit wie so viele andere Geschichten über Personen, die aus relativ bescheidenen Verhältnissen zu Helden wurden. Wie auch Max Morlock, der seine ersten fußballerischen Erfahrungen auf dem Schulweg sammelte und am Wochenende als Balljunge hinter dem Tor des damaligen Glubb-Torhüters Köhl herumhing. Trotz dieser Tatsache wurde sein erster Verein Eintracht Nürnberg, wenn auch nicht für allzu lange Zeit. Denn bereits 1939, als Morlocks Verein den FCN beim Spiel um die Stadtjugendmeisterschaft geschlagen hatte, wurde der damalige 6-malige deutsche Meister auf den jungen Stürmer aufmerksam. Schließlich musste die komplette 1. Mannschaft des Glubbs zu einem Ablösespiel antreten, damit der 14-Jährige zum 1. FC Nürnberg wechseln durfte. Bereits mit 16 Jahren schnürte er dann erstmals die Schuhe für die 1. Mannschaft und bereits im zweiten Spiel schoss er zwei Tore. Auch dem damaligen Reichstrainer Sepp Herberger blieb das große Talent nicht verborgen, denn noch vor seinem 17. Geburtstag wurde er schon zu einem Lehrgang für Nationalspieler eingeladen. Mit 17 spielte er dann erstmals bei einem Probespiel einer Deutschland-Auswahl mit – die Nationalmannschaft selbst trug zu dieser Zeit wegen des Zweiten Weltkriegs keine Spiele aus. Aber auch an Max Morlock ging der Krieg nicht einfach vorüber, denn dieser musste bei der Infanterie-Nachrichtengruppe einrücken und wurde später in den letzten Monaten des Kriegs an die Ostfront abkommandiert, wo er schließlich kurz in amerikanische Gefangenschaft geriet. Als dann nach Kriegsende 1945 die Oberliga startete, war Max Morlock aber bereits wieder für den Glubb auf dem Platz – und auch 18 Jahre später, als die Oberliga aufgelöst wurde, war Max Morlock noch immer aktiv für den FCN. Keinem anderen Spieler in der Oberliga gelang dies, genauso wie mit Abstand kein anderer Spieler auf die Oberliga-Rekorde von 451 Spielen und 286 Tore kam. In der Zeit dazwischen holte er diverse Titel, wie bereits im Alter von 23 Jahren die siebte deutsche Meisterschaft für den Glubb. In den Jahren danach wurde er zweimal Oberliga-Torschützenkönig mit 28 bzw. 26 Toren. Doch der größte Erfolg stammt – wie bekannt sein dürfte – aus dem Jahr 1954. Bereits in den vier Qualifikationsspielen schoss Max Morlock sechs Tore, bis zum Finale waren es weitere fünf. Die Spielszene im Finale von 1954, in der er mit seinem Anschlusstreffer zum 1:2 den Weg zum späteren „Wunder von Bern“ ebnete, dürfte weltbekannt sein. Auch der damalige Nationalmannschaftskapitän und zugleich einer der besten deutschen Fußballer überhaupt, Fritz Walter, lobte den Nürnberger mit den Worten „Max Morlock war der größte Kämpfer, den ich kannte. Sein Radius reichte von Torlinie zu Torlinie, und für unsere Berner Elf von 1954 war er eine ideale Lösung“. Die diversen Angebote aus dem Ausland, die nach der WM bei ihm eintrudelten, lehnte er ab, denn schließlich hatte er nur einen Wunsch: Nochmal deutscher Meister mit dem FCN werden. Sieben Jahre dauerte es, bis die „jungen Wilden“ absolut überraschend wieder einen Meistertitel nach Nürnberg holten. Die Mannschaft war im Durchschnitt nicht mal 24 Jahre alt und Max Morlock mit seinen 36 Jahren der mit Abstand Älteste. Dass er einen enormen Anteil an der Meisterschaft hatte, sah man nicht nur in Nürnberg so, denn auch die Sportjournalisten wählten ihn anschließend mit überragenden 305 von 444 Stimmen zum Fußballer des Jahres. Ein Jahr später beendete er nach der Niederlage im Endspiel um die Meisterschaft seine Karriere. Jedoch nur vorerst – denn ein Jahr später kompensierte er einen verletzten Glubbspieler im Viertelfinale des Europapokals. Schließlich spielte er auch noch die erste Saison der neugegründeten Bundesliga mit, bei der er auf 21 Spiele und acht Tore kam. Das Abschiedsspiel fand schließlich gegen Nacional Montevideo statt, ehe der bis heute alleinige Nürnberger Rekordspieler (900 Spiele) und Rekordtorschütze (über 700 Tore) endgültig aufhörte. In den Jahren danach arbeitete er in seinem Lotto-Toto-Geschäft in der Pillenreuther Straße, stand jedoch auch stets dem Glubb als Berater zur Verfügung. Am 10. September 1994 verstarb Max Morlock schließlich und nicht mal ein Jahr später erhielt der Platz vor dem Stadion seinen Namen.

 

 

In der News-Rubrik dieser Homepage gibt es in regelmäßigen Abständen Anekdoten rund um das Leben von Max Morlock. Damit diese nach einigen Wochen nicht irgendwo auf die hinteren Seiten verschwinden, werden sie ab sofort auch an dieser Stelle dokumentiert:

 

Wie kam der kleine Maxl überhaupt zum Fußball?

Selbstverständlich wie einst alle Buben auf dem Umweg über den kleinen Tennisball, der das Ballgefühl bis in die Zehenspitzen vermittelt. Zusammen mit seinen zwei Brüdern gehörte Maxl zu jenen Jungen, die mit irgendwo erbettelten Tennisbällen mächtig gegen Kellerfenster bumsten und die Leute auf dem Gehsteig mit wildem Geschrei erschreckten. In Gleishammer, nahe dem Zabo, dem traditionsreichen Platz des 1. FC Nürnberg, wuchs er auf. Maxl fehlte bei keineDas erste Jahr beim FCNm Training der Spieler des 1. FC Nürnberg. Stets lag er hinter dem Tor von „Hauptmann“ Köhl, der aus dem Krieg nicht mehr heimgekehrt ist, und holte ihm die ins Aus gegangenen Bälle. Sonntags durfte der Maxl mit dem Vater zu den Club-Spielen gehen. Als er zehn Jahre alt wurde, erfüllte ihm der Vater einen sehnlichen Wunsch und schenkte ihm richtige Fussballschuhe. Jetzt wollte Maxl auch in einer richtigen Fussballmannschaft spielen und nicht mehr nur mit den Buben in der Nachbarschaft. Aber er hatte Angst, sich dem 1. FC Nürnberg anzuschließen, der nämlich schon damals wie heute eine Unmenge an Schüler- und Jugendmannschaften hatte. Und weil Maxl der Kleinste unter den Gleichaltrigen war, fürchtete er, in der siebenten oder achten Mannschaft spielen zu müssen. Deshalb schloss er sich Eintracht Nürnberg an, wo er schon nach kurzer Zeit in die erste Schülermannschaft aufrückte. Er spielte als linker Läufer. Dabei wollte er gar nicht auf einer bestimmten Position stehen, sondern einfach nur Fussball spielen, sonst gar nichts. Nebenbei stand er selbstverständlich auch in der Fussballmannschaft seiner Schule und die erste Meisterschaft einer langen Kette, die Maxl errang, war die Schülermeisterschaft unter Betreuung Heiner Stuhlfauths, des populärsten deutschen Torwarts aller Zeiten, der damals Schulsportlehrer war.  

 

Bumbas besaß einen untrüglichen Blick für Talente

Im Endspiel um die Stadt-Jugendmeisterschaft 1940 war ihm der linke Läufer der Nürnberger Eintracht aufgefallen. „Der muss unbedingt zu uns“, bellte er in energischem Kommandoton den Club-Jugendleiter an. Luzner, ein kleiner, kluger Mann, beruhigte den grimmigen Haudegen: „Er steht schon längst auf meiner Liste!“ Einen Tag später kreuzte Luzner bei Morlocks Eltern auf. Er redete mit Engelszungen auf sie ein. Ein so begabter Spieler wie ihr Maxl gehöre in einen größeren Verein, denn dort habe er viel bessere Trainings- und Entwicklungsmöglichkeiten. Dann malte Luzner dem jungen Außenläufer aus, was ihm beim Club erwarte: prima Kameraden, schöne Fahrten und später sogar Auslandsreisen. Max war sofort Feuer und Flamme. Er gab dem Talentspäher sein Wort: „Ich gehe zum Club, aber nur wenn mein Verein mich freigibt.“ Die Eintracht dachte jedoch nicht im Traum daran, ihren besten Nachwuchsspieler so ohne weiteres freizugeben. Aber Luzner ließ nicht locker. Die Eintracht Vorstände sahen schließlich ein, dass sie den jungen Morlock nicht auf die Dauer halten konnten. Sie gaben ihn frei. Als Gegenleistung musste die komplette 1. Club-Mannschaft ein Ablösespiel für den jungen Stift austragen. Der Reinerlös dieses Treffens wanderte in die Eintracht-Kasse. Wann hatte es das schon einmal gegeben: ein Ablösespiel für einen linken Läufer, der noch nicht einmal 15 Jahre alt wahr?! In der Club-Jugend bekam Morlock eine neue Rolle zugeteilt. Luzner erklärte dem lernbegierigen Maxl, er sei ein geborener Stürmer. Er stellte ihn als Halbrechten auf.  

 

Max Morlock

Ende November 1941 überraschte Luzner den 16jährigen Morlock mit der Nachricht: „Max, du spielst am Sonntag in der 1. Mannschaft.“ Der junge Marschierer nahm die Kunde von seiner Beförderung mit gemischten Gefühlen auf, denn er hatte mit den Spielern der Ligamannschaft noch nicht ein einziges Mal trainiert. Ob er sich da auf Anhieb mit seinen Nebenleuten Eiberger, Gußner und Kund verstehen würde? Als Morlock am 30. November auf die Jugendkabine zuging, spürte er, dass seine Knie immer weicher wurden. Er durfte sich nicht mit den „Großen“ umziehen, weil er erst 16 war. Mutterseelenallein saß er in der Kabine und schaute die vier Wände an. Als er draußen auf dem Flur energische Schritte hörte, horchte er auf: Bumbas! Da riss der Clubtrainer auch schon die Türe auf. Er machte es kurz: „Los, mach dich fertig!“ befahl er. „Deine Aufgabe ist ganz einfach. Du spielst dein Spiel, so wie du es bisher in der Jugend gemacht hast.“ Dann lief Morlock zu seinem ersten Ligaspiel, gegen Wacker München, mit aufs Feld. Er fieberte vor Ungeduld, Eifer und Aufregung. Die Bälle, die er sich erlief oder erkämpfte, spielte er so schnell wie möglich wieder ab. Seine Augen suchten immer wieder Bumbas, der ruhelos an der Außenlinie hin und her geisterte. Mit den energischen Gesten und Zurufen eines Dompteurs versuchte er von außen das Spiel zu steuern. Wenn er „Max“ rief und mit dem Daumen nach hinten zeigte, zog sich Morlock auf schnellstem Wege in die Abwehr zurück. Deutete dagegen sein Zeigefinger in Richtung Münchener Tor, so hatte sich der junge Debütant in Trab zu setzen und in den eigenen Angriff aufzurücken. Als die Mannschaften bei Halbzeit vom Platz gingen, tauchte Dr. Hans Kalb neben Morlock auf. Der weltberühmte Mittelläufer der alten Club-Meistergarde hatte sich, wie üblich, in seiner weißen Tennisgarnitur neben das gegnerische Tor gestellt und von dort aus das Spiel beobachtet. Kalb, der gebaut war wie ein Kleiderschrank, kannte Maxl, weil er sich nur selten ein Jugendspiel entgehen ließ. Er klopfte ihm auf die Schulter: „Du hast nicht schlecht gespielt“, sagte er, „Aber du brauchst doch nicht immer gleich abzugeben. Mach mal was auf eigene Faust. Du kannst es doch.“ Diese paar Sätze spornten den Liga-Neuling mächtig an. Nach der Pause beherzigte er den Rat des robusten Zahnarztes. Er gab seinem Bewacher, dem stämmigen Nationalspieler Haringer, ein paar Mal das nachsehen. Das Treffen endete dennoch 0:0. Nach dem Spiel erklärte Bumbas: „Du trainierst ab Dienstag mit der 1. Mannschaft!“ Das bedeutete, dass der neue Club-Stürmer die Feuertaufe bestanden hatte.

B-Jugend des FCN 1941

 

Max Morlock

Als die Mannschaften am 8. August 1948 ins Müngersdorfer Stadion einliefen, stürzten sich fast alle Fotografen auf die Pfälzer Elf. Von den Nürnbergern nahmen sie kaum Notiz. Der Club legte mit Volldampf los. Abel Übelein und Kennemann kauften ihren Gegnern den Schneid ab. Bergner, Gebhardt und Morlock bauten aus der Tiefe überlegt auf. Sie zogen das Spiel geschickt auseinander und setzten immer wieder die Flügel ein. Und in der Sturmmitte machte Pöschl Stopper Liebrich schwer zu schaffen. Nach 10 Minuten war das 1:0 fällig. Herbolsheimer flankte und Winterstein köpfte ein. Torwart Hölz stand wie angewurzelt. In der 25. Minute zirkelte Winterstein den Ball zu Pöschl. Der Torjäger köpfte zum 2:0 ein. Wieder hatte sich Hölz nicht von der Stelle gerührt. Die Rothemden hatten das Spiel und den Gegner fest im Griff. Gebhardt wich Fritz Walter nicht von der Seite, und Morlock tauchte bald vorne, bald hinten auf. Sepp Herberger, der sich in Gedanken bereits intensiv mit dem Neuaufbau der Nationalmannschaft beschäftigte, notierte sich: „Morlock wurde zur Hauptfigur im Angriffsspiel der Nürnberger. Er schaffte unermüdlich, baute auf, trieb an, half hinten aus, war fix, wendig und einfallsreich.“ Das Können der Pfälzer blitzte nur ab und zu einmal auf. Die beiden Tore hatten ihr Selbstvertrauen erschüttert. Von ihren gefürchteten Angriff war nicht viel zu sehen. Abel Übelein fälschte in der 62. Minute einen Schuss von Grewenig so unglücklich ab, dass Schaffer nicht mehr an den Ball kam. Es hieß 2:1! Das Tor bildete das Signal zum Generalangriff der Lauterer. Plötzlich schüttelten sie alle Hemmungen ab. Ihr Innentrio wirkte wie entfesselt und brannte ein Feuerwerk von verwirrenden Kurzpass-Kombinationen und Finten ab. Fritz Walter huschte wie ein Phantom durch die Reihen der Rothemden. Nürnbergs Abwehr geriet vorübergehend ins Schwimmen. In dieser Drangperiode des Gegners wuchs Edi Schaffer über sich hinaus. Nürnbergs Torwart hechtete nach Flachschüssen, faustete Bomben von Baßler weg, riss alle hohen Flankenbälle an sich und warf sich den den Gebrüdern Walter tollkühn vor die Füße. Schaffers Glanzparaden retteten den Club über die kritischen Minuten hinweg. Nürnbergs Abwehr wurde wieder Herr der Lage. Die großartige Läuferreihe riss erneut die Herrschaft im Mittelfeld an sich. Die Kraft der Pfälzer ließ nach, ihr Elan verpuffte. Nach dem Schlusspfiff von Schiedrichter Burmester waren die Club-Anhänger nicht mehr zu halten.

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Sie überschwemmten das Spielfeld und trugen ihre Lieblinge auf den Schultern vom Platz. Carl Riegel, der getreue Ekkehard aus der alten Meistergarde, wischte sich die Freudentränen aus den Augen. Er war überglücklich. „Sein“ Club besaß nun sieben Meistertitel, einen mehr als Schalke! Er war wieder Deutschland Rekordclub. Als die siegreiche Mannschaft zurück kam, stand Nürnberg Kopf. Der Bahnhofsplatz und die Straße waren schwarz von Menschen. Die Meisterelf kam aus dem Feiern tagelang nicht mehr heraus. Von allen Seiten erhielt sie Einladungen. Der amerikanische Stadtkommandant wollte sich ebenfalls nicht lumpen lassen und gab zu Ehren des 1. FCN eine Party.  
 

 

Die deutsche Meisterschaft 1961

Eine Boulevardzeitung ließ vor dem Finale einen weiteren Schreckschuss los. Der Dortmunder Rechtsaußen Kelbassa, so verkündete sie, tippt auf einen 7:1 Sieg seiner Mannschaft. Das war immerhin eine kühne Behauptung! Die Nürnberg ließen sich jedoch nicht aus der Ruhe bringen. Das stellten die 82000 im Niedersachsenstadion schon nach wenigen Minuten fest. Während die Dortmunder Routiniers nervös begannen, zeigten die jungen Franken keine Spur von Lampenfieber.
Ihre Läuferreihe mit Zenger, Wenauer und Reisch riss sofort die Herrschaft im Mittelfeld an sich. In der 6. Minute dribbelte sich Zenger unwiderstehlich durch. In seine Flanke hechtete Hasender. Ein Ruck mit dem Kopf – und der Ball lag im Netz. 1:0 für den Club! Der frühe Führungstreffer machte die Nürnberg noch selbstbewusster. (...) Nürnberg bestimmte den Spielrhythmus und das Tempo. Eine Minute vor dem Halbzeitpfiff jagte Morlock Strehl mit einem weiteren Steilpass los. Der Blondschopf stürmte aufs gegnerische Tor zu, doch Torwart Kwiatkowski stürzte sich ihm entgegen und wehrte zur Ecke ab. Damit war das Unheil jedoch nur aufgeschoben, denn der Eckball kam Strehl vor die Füße. Nürnbergs Nummer 9 schoss den Ball durch eine Lücke aufs Tor, Heiner Müller tupfte ihn vollends über die Linie. Ein paar Sekunden später lagen sich die Club-Spieler jubelnd in den Armen. 2:0 – das war die halbe Miete! Nach der Pause versuchten sich die Westdeutschen nochmals gegen das Schicksal aufzubäumen. Peters trieb seine Kameraden immer wieder an. Der linke Läufer kämpfte und schuftete für zwei und manchmal schimpfte er auch, weil seine Nebenleute zu spät schalteten, meist den Ball zu lange behielten und zu sehr in die Breite spielten. Morlock, der alte Fuchs, traute den Dortmund
altern dennoch nicht über den Weg. Er wusste, dass sie eine Woche zuvor dem HSV in den letzten Minuten noch drei Tore ins Netz gezaubert hatten. Daher blieb er nach der Pause hinten und sorgte mit dafür, dass die Borussen keine Lücke fanden. In der 67. Minute machte Heiner Müller, der an diesem Tag vor Spiellaune und Einfällen sprühte, alles klar. Mit einem herrlichen Alleingang setzte er Dortmunds Abwehr schachmatt, lockte auch Kwiatkowski heraus und gab dann einen butterweichen Pass zu Strehl. Nürnbergs Mittelstürmer, der seinem Bewacher zum x-ten Mal davongelaufen war, brauchte nur den Innenrist hinzuhalten – und es hieß 3:0! Die Schlachtenbummler aus Süddeutschland führten nun Freudentänze auf. Ihre Sprechchöre „FCN! FCN!“ dröhnten durch das Niedersachsenstadion und beflügelten den Club zu einem mitreißenden Endspurt. Die jungen Nürnberger schossen aus allen Lagen, aber Kwiatkowski ließ sich nicht mehr überlisten. Es blieb beim 3:0.      

 

Max Morlock in der Nationalmannschaft

 

In der größten Saison der Nationalmannschaft, in der Weltmeisterschaftssaison 1953/54, schoss Morlock in zehn Länderspielen 13 Tore. Im Glanzsturm Rahn-Morlock-Ottmar Walter-Fritz Walter-Schäfer zählte Morlock als Goalgetter Nummer eins. Der triumphale Endspielsieg gegen Ungarn  überstrahlt noch heute den mühevollen Start in der Qualifikation. Die Europa Gruppe 1 hieß: Deutschland, Norwegen und Saar (damals selbstständiger Verband der FIFA). Im ersten Spiel erreichte die deutsche Nationalmannschaft in Oslo ein mühevolles 1:1, das schon deshalb nicht als Erfolg angesehen werden konnte, weil die von Helmut Schön betreute Saar zwei Monate zuvor in Oslo 3:2 gewonnen hatte. Im nächsten Spiel gegen Saar altfehlten die Brüder Walter. Das Spiel lief zunächst nicht. Nach dem 1:0 Morlocks gab sich die Saar noch nicht geschlagen. Dann aber schoss Maxl das 2:0, wobei er sogar Torwart Strempel umspielte und nachdem Schade das 3:0 schoss, hatte der 1. FC Nürnberg alle drei Tore erzielt! Es folgte in Hamburg das Rückspiel gegen Norwegen. Wie schon in Oslo schossen die Norweger das erste Tor. Erst kurz vor der Halbzeit glich Morlock mit einem effektvollen Kopfballtor aus. Im Hechtsprung kanonierte er den Ball ein. Wie in Oslo stand es zur Halbzeit also nur 1:1, diesmal jedoch auf eigenem Boden. Erst 27 Minuten vor Schluss führte ein weiteres Tor Morlocks die Nationalmannschaft zum 5:1 Sieg. Als letzte Frist für die Beendigung der Qualifikationsspiele hatte die FIFA den 31. März 1954 bestimmt. Für den 28. März  1954 war in Saarbrücken das Treffen Saar gegen Deutschland angesetzt. Gewann die Saar, musste drei Tage später, als am 31. März, ein Entscheidungsspiel ausgetragen werden, dass in paris stattgefunden hätte. Nach 20 Minuten schied Fritz Walter beim Stande von 0:0 verletzt aus. Welches Glück, dass damals ein Feldspieler bis zur Halbzeit ausgetauscht werden durfte! Endlich drückt Maxl den Ball an Strempel vorbei mit der Brust zum 1:0 ein und als es nach Martins verwandeltem Elfmeter noch einmal gefährlich wurde, machte er mit seinem Tor zum 3:1 alles klar.     

Quelle: "Max Morlock - 13 meine Glückszahl"

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